Wie Du Dich selbst liebevoller annehmen kannst. Tipps für mehr Selbstakzeptanz, Mitgefühl und Selbstliebe.
Selbstliebe hört man momentan an jeder Ecke. Kein Wunder, Corona verlangt uns so einiges ab und da sich das Leben verlangsamt hat – Geschäfte & Restaurants zu, Freizeitaktivitäten kaum möglich, Reisen eingeschränkt – so hinterfragen wir doch den ein oder anderen Aspekt unseres Lebens. Und dabei fällt einem auf, ob man sich in letzter Zeit um sich gekümmert, wirklich nach seinen Werten gelebt hat oder ob man doch meist im Hamsterrad dahingesaust ist und nicht wirklich nach rechts und links geschaut hat, geschweige denn nach innen. Sich ständig vergleichen, höher, schneller, weiter kommen als die anderen, führt aber meist dazu, dass wir uns ständig ungenügend fühlen. Der ist besser, sie sieht besser aus, ist erfolgreicher etc.

Warum ist das nicht so einfach mit der Selbstliebe?
Ein Grund warum so viele von uns an sich zweifeln, sich nicht gut genug fühlen, also einen geringen Selbstwert haben, liegt mit Sicherheit daran, dass wir mit unserer Aufmerksamkeit zu sehr im Außen sind. Wir suchen und benötigen die Bestätigung und Anerkennung von anderen, um uns wertvoll zu fühlen.
Aber warum ist das so? Vor allem oder gerade bei uns Frauen? Leider leben wir in einer Gesellschaft, in der das äußere Erscheinungsbild der Frau und die Attraktivität ihres Körpers wichtiger zu sein scheint als sie als Mensch, als ihr Beitrag zur Gesellschaft. Es wird uns Frauen schon früh suggeriert, dass unser Äußeres unseren Wert bestimmt und dass es gilt alles daran zu setzen, diese äußere Hülle zu erhalten oder gegebenenfalls sogar zu verändern. Sogenannte Problemzonen werden weg gesaugt oder operiert und wenn nicht das, dann zumindest inbrünstig abgelehnt. Eine Studie hat gezeigt, dass Frauen am Tag 36 mal schlecht über sich und ihren Körper denken.
Aber wem dient es denn, wenn wir uns tagein und tagaus selbst niedermachen und uns schlecht fühlen? Uns selbst nicht. Aber die Beauty-, Fitness-, Nahrungsmittel- und Bekleidungsindustrie haben alle etwas davon, denn wir sind ihre treusten Kunden. Sie stellen uns immer wieder neue Produkte vor, die es zu kaufen gilt, um den perfekten Body zu erreichen. Mit Hilfe der Medien haben wir auch kaum eine Chance dem ganzen zu entfliehen.
Doch es gibt einen Ausweg aus dieser Misere. SELBSTLIEBE!
Ja genau, dieses momentan so oft gehörte Wort. Liebe Dich selbst und schon ist alles gut. Wenn es nur so einfach wäre!
Was bedeutet Selbstliebe eigentlich?
An dieser Stelle muss vielleicht der Begriff Selbstliebe kurz erklärt werden. Es geht hier nicht um Egoismus und Selbstsucht. Es geht nicht darum, nur noch nach sich selbst zu schauen, oder zu seinen Gunsten zu handeln.
Selbstliebe bedeutet vielmehr Selbstakzeptanz und Selbstannahme. Der Prozess dorthin beinhaltet eine liebevolle bejahende Haltung zu sich selbst zu entwickeln. Durch Beobachtung unserer Gefühle und Gedanken können wir herausfinden, wie wir uns bisher selbst gesehen und definiert haben und können dann diese Definition zu einer liebevollen, mitfühlenden Version verändern.
Wie lerne mich selbst zu lieben?
Wie das gehen kann? Hier haben wir für Dich 8 Übungen zusammengestellt, die Dir helfen können, einen liebevollen Umgang mit Dir zu entwickeln. Hört sich gut an? Toll! Aber nicht ungeduldig werden. Es gibt leider keinen Turbo oder Reset Knopf, den wir drücken können und schwupps lieben wir uns selbst, ohne einen Funken an Selbstzweifel. Es ist ein Weg und es braucht Übung. Es wird ab und zu Tage geben, da liegen Steine auf dem Weg und wir werden es nicht jeden Tag schaffen zu üben, aber auch das ist ok. Aber jetzt lasst uns anfangen!
1) Beobachte Deine Gedanken und wecke so die Selbstliebe in Dir
Rund 60.000 Gedanken denken wir im Schnitt am Tag. Leider ist nur ein kleiner Prozentsatz davon (ca. 3%) aufbauend. Die anderen Gedanken, schaden uns und anderen eher bzw. sind flüchtige, unbedeutende Gedanken wie “ich habe Durst – was soll ich trinken”, die aber trotzdem auf uns wirken. Wie und was wir über uns denken, entscheidet, wie wir uns fühlen.
Erster Schritt: Werde Dir Deiner Gedanken bewusst.
Wie? Nimm Dir bewusst einige Minuten am Tag Zeit und beobachte mal, was da in Deinem Kopf vor sich geht. Schreibe einige Gedanken auf, besonders die, die wiederkehren oder mit “Ich bin…” anfangen und wiederhole diese Übung eine Woche lang. Kannst Du ein Muster erkennen? Besonders die “Ich bin..” Gedanken sind wichtig, denn diese spiegeln Dir Deine schon in früher Kindheit entwickelten Glaubenssätze und Überzeugungen Dir gegenüber wieder. Ich bin zu dumm, Ich bin zu dick, Ich bin nur wertvoll, wenn ich gute Noten schreibe, sind nur einige Beispiele dafür. Daraus resultieren dann Gedanken wie “war ja klar, dass ich das nicht kann” oder “wer bin ich denn, dass ich denke so etwas anzuziehen”. Diese Gedanken können Dir also viel über diese festgefahrenen Überzeugungen verraten. Denn diese Glaubenssätze haben wir durch Erfahrungen irgendwann verinnerlicht und dann aufgehört sie zu hinterfragen. Sie sind sozusagen, für wen wir uns halten. Dies muss aber nicht sein. Du kannst sie jederzeit hinterfragen und verändern.
Zweiter Schritt: Stopp Signal und negative durch positive Gedanken ersetzen
Nachdem Dir einige häufig wiederkehrende Gedanken bewusst sind, kannst Du im zweiten Schritt STOPP Signal setzen. Also immer wenn Du Dir bewusst wirst, dass Du gerade negativ über zum Beispiel Deine Figur denkst, sagst Du zu Dir STOPP! Damit unterbrichst Du die Gedankenspirale und kannst sie nun durch etwas Positives ersetzen. Du kannst auch mit Humor ran gehen und Dir innerlich zuzwinkern, nach dem Motto “Der Gedanke schon wieder, haha!”
2) Erkenne Dich für Deine Erfolge an – egal wie klein sie sein mögen
Anerkennung ist für uns alle wichtig. Doch anstatt sie vorwiegend im Außen zu suchen, können wir uns auch selbst Anerkennung und Wertschätzung entgegenbringen. “Ein Erfolg ist ein Erfolg ist ein Erfolg” sagt Laura Malina Seiler in ihrem Podcast und Online Kursen. Es ist ganz egal wie klein der Erfolg ist, wenn wir uns darin üben, uns selbst für unsere Erfolge auf die Schulter zu klopfen fokussieren wir uns auf das Gute, auf das, was wir geschafft haben, anstatt auf das, was nicht geklappt hat. Auch das braucht Übung. Ich mache diese Übung gerne abends bevor ich ins Bett gehe. Ob Du Dir dafür ein schönes Notizbuch kaufst oder einfach einen Kalender ist Dir überlassen. Gehe den Tag abends durch und schaue was Du heute alles erreicht, geschafft, erledigt hast. Das können solch “kleine” Dinge sein, wie Bad geputzt, eingekauft, leckeres Abendessen gekocht oder auch Präsentation vorbereitet, Blogartikel geschrieben etc. Ein Erfolg ist ein Erfolg. Konzentriere Dich auf das, was Du geschafft hast!
3) Perfekt gibt es nicht! Verzeih Dir selbst Deine Fehler.
Verzeihe Dir selbst, wenn Du mal nicht alles schaffst oder Deinen eigenen Ansprüchen nicht genügt. Elizabeth Gilbert, die Autorin von Eat Pray Love und Big Magic, erzählte einmal in einem Interview, was sie macht, wenn ihr etwas nicht gelingt oder sie einen Fehler gemacht hat. Sie sagt dann zu sich: “Interesting! Why did I do that?” schon alleine durch das Wort “Interesting!?” kommt etwas Leichtigkeit in das Ganze und man ist sich selbst gutmütiger gestimmt. Ich trete mir selbst plötzlich mit Neugierde und Interesse entgegen, anstatt mich selbst zu verurteilen.
Wenn Du dann noch tiefer gehen magst, kannst Du Dich fragen, worin der Misserfolg oder das Scheitern für Dich lag!? Was hättest Du tun können, um das Geschehene zu verhindern? Und was ist vielleicht das Gute, das aus dem Misserfolg entstanden ist oder entstehen kann? Die letzte Frage lässt sich eventuell erst mit etwas Abstand beantworten. Vielleicht hast Du durch eine Auseinandersetzung mit einem Familienmitglied gelernt, Grenzen zu setzen.
Die Definition von Erfolg und Misserfolg ist sehr persönlich. Schaue hier genau hin, was für Dich Erfolg und Misserfolg bedeuten, unabhängig davon was Dir Dein Umfeld oder die Gesellschaft sagt.
Noch ein Tipp zum Schluss: Überlege Dir, wie Du reagieren würdest, wenn Deine beste Freundin zu Dir käme und Dir von Ihrem Fehler erzählte. Wie würdest Du mir Ihr sprechen? Wie verständnisvoll wärst Du? Vergleiche das mit der Sprache, die Du Dir selbst gegenüber benutzt. Meist sprechen wir mit uns viel strenger und herablassender als wir es je mit unseren Freunden tun würden. Verrückt oder?

4) Meta Meditation für mehr Selbstliebe – Möge ich glücklich sein!
Diese Meditation finde ich sehr effektiv. Sie geht schnell, wenn man auch mal weniger Zeit hat und regelmäßig durchgeführt hat sie einen positiven Effekt darauf, wie mitfühlend man sich und seinen Mitmenschen gegenüber steht.
Die Meditation besteht aus 4 Sätzen, die leicht variieren können. Ich benutze die folgenden Sätze von Laura Malina Seiler:
- Möge ich glücklich sein
- Möge ich mich immer sicher und geborgen fühlen
- Möge ich gesund sein
- Möge ich mit Leichtigkeit und Liebe durchs Leben gehen.
Schließe Deine Augen, mache es Dir bequem, atme 3 mal tief ein und aus. Dann sprich die 4 Sätze zu Dir selbst. Also für Dich. Das kannst Du auch gerne 1-3 mal wiederholen.
Als nächstes denke an einen Menschen, den Du liebst. Sehe ihn/sie vor Dir stehen, schau in seine/ihre Augen und spreche die Sätze nun zu dieser Person: Mögest DU glücklich sein… Wenn Du fertig bist, verabschiede Dich von dieser Person und denke als nächstes an eine Person, mit der es momentan etwas schwierig ist. Vielleicht jemand, der Dich nervt, mit dem Du eine Auseinandersetzung hattest oder auch jemand den Du einfach nicht magst. Sehe diese Person vor Dir stehen und spreche die Sätze nun für sie. Zum Schluss kehre wieder zu Dir zurück und sprich die 4 Sätze noch mal für Dich: Möge ICH glücklich sein…
5) Selbstliebe Spiegelübung
Es gibt verschiedene Varianten der Spiegelübung. Hier wollen wir Dir 3 Beispiele vorstellen. Bei der ersten Version stellst oder setzt Du Dich einige Zeit (5-10 Minuten) vor einen Spiegel und schaust Dir in die Augen. Mal in das rechte, mal in das linke. Wie in einer Meditation nimm wahr, wenn Gedanken kommen und lass sie weiterziehen, ohne weiter auf sie einzugehen. Es kann sein, dass Du Widerstand empfindest und gerne abbrechen möchtest. Stelle Dir am besten einen Timer und beende die Übung erst, wenn der Alarm läutet. Komme auch hier in eine neugierige Haltung “Interessant, dass ich gerade weg will”. Lächele Dir zum Schluss zu.
Die zweite Version kannst Du super in Deinen Alltag einbauen. Wann immer Du in einen Spiegel schaust halte kurz inne und schau Dir bewusst in die Augen. Sag Dir etwas nettes und lächele Dich an. Bei der dritten Version sagst Du Dir 3 Dinge auf die Du stolz bist “Dein Name, Ich bin stolz auf Dich, dass/weil….”, und 3 Dinge, die Du Dir selbst verzeihst “Dein Name, ich verzeihe Dir, dass…”. Beende diese Version mit dem Satz “Ich liebe Dich” oder “Ich hab dich lieb”.
6) Selbstliebe Journaling – Aufschreiben was Dich bewegt
Unter Punkt eins haben wir ja schon darüber gesprochen, unsere Gedanken zu beobachten und aufzuschreiben. Das ist wichtig. Beim Journaling geht es um etwas mehr. Du setzt Dich hier ganz bewusst mit Deinen Gefühlen und Gedanken auseinander und konzentrierst Dich auf die wichtigen und positiven Dinge in Deinem Leben. Im Gegensatz zum Tagebuch, in dem oft Erlebtes aufgeschrieben, die Geschehnisse eins zu eins wiedergeben werden und die Tendenz besteht, sich auf die negativen Punkte zu konzentrieren, legst Du beim Journaling bewusst den Fokus auf Deine Gefühle und versucht tiefer zu blicken. So lernt Du Dich selbst noch besser kennen und kannst Deine Perspektive aber auch verändern und den Fokus auf die Stärken und das Gute legen. Du hast noch nie gejournalt? Macht nichts! Hier geht es nicht darum einen perfekten Roman zu schreiben, sondern lediglich darum Deine Gefühle und Gedanken aufs Papier zu bringen. Oft ist man überrascht, was da alles aus einem rauskommt und vielleicht steckt auch die eine oder andere Erkenntnis dahinter. Mach es Dir gemütlich mit einer Tasse Tee und leg los. Vielleicht magst Du Dir auch ein schönes Notizbuch zulegen. Du kannst auch den Fokus täglich oder wöchentlich ändern. Vielleicht magst Du mal eine Zeit lang aufschreiben, was Du an Dir magst – an Deinem Körper, Deine Eigenschaften. Oder für was Du dankbar bist.
7) Quellen von Negativität vermeiden für mehr Selbstliebe
Wenn Du dauerhaft etwas verändern möchtest, dann ist es nicht nur wichtig Deine existierenden Gedanken zu beobachten und ggfs. zu verändern. Es ist ebenfalls wichtig, darauf zu achten, was Du an Informationen aufnimmst. Unser Gehirn verarbeitet ja kontinuierlich alles was es sieht und hört. Manches können wir nicht beeinflussen, weil wir den Informationsquellen “unfreiwillig” ausgesetzt sind. Wenn wir beispielsweise die Straße entlang zum Bahnhof gehen und dort an mehreren Werbeplakaten oder Shops vorbeikommen. Es gibt aber eine Menge, die wir beeinflussen können. Wir können selbst entscheiden, welche Sendungen wir schauen, welche Magazine oder Bücher wir lesen, welchen Leuten wir auf Instagram und Co. folgen und mit welchen Menschen wir uns umgeben. Achte einmal darauf was die Filme, Nachrichten und Bilder mit Dir machen.
In den Nachrichten wird fast ausschließlich von Katastrophen und “schlechten” Ereignissen gesprochen. Gar nicht so einfach, danach ein positives Gefühl für die Zukunft zu haben. Aber versuch doch einfach mal vor dem zu Bett gehen etwas inspirierendes zu lesen, anstatt die Nachrichten oder einen brutalen Film zu schauen. Und schau wie sich das auf Deinen Schlaf und damit auf Dein Wohlbefinden auswirkt.
8) Tu dir etwas Gutes! Ein Ausdruck von Selbstliebe.
Wann hast Du Dir das letzte mal etwas Gutes für Dich gegönnt? Nur für Dich! Kannst Du mir ad hoc antworten? Die meisten können es nicht. Wie schade eigentlich. Egal was es ist, gönne Dir etwas Zeit nur für Dich. Spüre in Dich hinein, was Du gerade brauchst. Vielleicht ist ein schönes entspannendes Bad oder Zeit zum Lesen oder vielleicht magst Du Dir Dein Lieblingsessen kochen oder bestellen. Vielleicht ist Dir nach Lümmeln auf dem Sofa oder Dich herrichten lassen beim Visagisten oder Friseur. Gönne Dir Verwöhnmomente!

Etwas für Dich dabei? Welche Selbstliebe Übung wirst Du als erstes ausprobieren?
Das ist jetzt ganz schön lang geworden. Wichtig ist bei all den Übungen und Tipps, dass Du Dir die aussuchst, die sich für Dich stimmig anfühlen und die Du gleich heute ausprobieren kannst. Warte nicht auf den perfekten Moment. Fange einfach an, denn wie gesagt es ist eine Reise und jeder kleine Schritt zählt und bringt Dich dem Ziel etwas näher.
Und apropos sich etwas Gutes tun. Falls Du Lust hast wunderschöne Erinnerungsbilder von Dir zu haben und Dich von uns von vorne bis hinten verwöhnen zu lassen, dann melde Dich gerne bei uns. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Frauen ihre Schönheit zu zeigen, ihre Augen wieder zum Strahlen zu bringen. Wir lieben es, wenn unsere Kunden nach einem Portrait oder Boudoir-Fotoshooting ein paar Zentimeter größer zur Tür rausgehen, weil sie sich einfach toll fühlen. Und ganz ehrlich, haben wir es nicht alle verdient ein tolles Portrait von uns zu haben – für uns, unser Kinder und Enkelkinder?! Schau gerne auf der Vorher Nachher Seite vorbei und schau Dir die tollen Verwandlungen an.

