40 Frauen über 40 – Das Fotoprojekt – Teil 2:

Michaela // Karin // Katja // Jutta // Nadia –
Hier stellen wir Euch die Teilnehmerinnen unseres wundervollen Fotoprojekts 40 Frauen über 40 etwas näher vor. In diesem Teil:
Michaela, 55, freie Rednerin
Karin, 50, Personalbetreuerin
Katja, 40, Erzieherin
Jutta, 48, Immobilienmarklerin
Nadia, 57, Altenpflegerin
Michaela, 55, freie Rednerin, verheiratet
MICHAELA IST EINE SEHR LEBENSFROHE PERSON, DIE MIT IHREN REDEN ANDERE MENSCHEN SEHR BERÜHRT.

Hier mehr Infos über Michaela (55, freie Rednerin, in Partnerschaft):
Michaela lebt gemeinsam mit ihrem Partner und ihren zwei Katzen auf einem kleinen, alten Bauernhof. Zu ihren Hobbies zählen die Fotografie und Gartenarbeit – sie beschäftigt sich zudem gerne mit ihren Katzen und ist sehr gerne in der Natur.
Michaela hat in ihrem Leben schon viel erlebt und auch beruflich viele Umschwünge gehabt. So ist sie ursprünglich aus dem Bankwesen und hat als Security unter anderem auf dem Oktoberfest für Ordnung gesorgt. Derzeit ist sie freie Rednerin für Hochzeiten und Beerdigungen, sieht ihre Zukunft aber eher in den Reden für Beerdigungen…:
“Ich persönlich finde Beerdigungen mittlerweile ehrlicher und direkter und schöner wie jede Hochzeit. Bei der Hochzeit sagt zwar jeder ‘Och, wie schön war das!’, aber niemand weiß, was im Hinterkopf war. Bei Hochzeiten kommen außer dem Brautpaar und vielleicht den Eltern wenige, die sagen ‘Oh, das war toll!’. Bei Beerdigungen kommt fast jeder und sagt ‘Mensch, das haben Sie total genau getroffen!’ und das finde ich viel schöner und wichtiger.”
“Was war denn deine Motivation, bei 40Ü40 teilzunehmen?”
“Ich finde es immer spannend, Bilder von mir zu sehen. Auf unterschiedliche Arten und von verschiedenen Fotografen. Vor allem auf Hochzeiten werde ich natürlich viel fotografiert und bekomme dann die Bilder. Ich stelle immer ganz viel Neues an mir fest und finde es ganz spannend, unterschiedlich zu wirken. Und ganz viele Frauen darzustellen, in ihrer Freude und Verletzlichkeit, finde ich ganz toll an dem Projekt 40Ü40.”
“Gab es in deinem Leben eine Situation, in der du gemerkt hast: ‘Das passiert mir jetzt, weil ich eine Frau bin.’?”
“Etwa 1999 war ich Filialleitung einer kleinen Bank und meine Mitarbeiter haben den Tresor nicht mehr aufbekommen. Ich war zwar krankgeschrieben wegen eines Gipsarmes, aber musste dann letztendlich doch kommen. Es hatte geregnet und ich hatte mich auf dem Weg wegen Aquaplaning überschlagen. Es ist zum Glück aber gar nichts passiert, außer einem reinen Blechschaden. Ich stand dann also nach zweimaligem Überschlagen drei Spuren weiter auf der Autobahn, etwa auf Höhe der Polizei, die dann natürlich gleich gekommen ist. Der erste Satz des Polizisten war dann: ‘Typisch Frau.’.
Ich habe aber auch ganz viele positive Dinge erlebt – ich habe ja als Security gearbeitet, unter anderem auf der Wiesn, und meine Position als Frau war diejenige, Sachen zu bereinigen, runterzuspielen, zu beruhigen… oder aber auch, zuschlagen zu können und zu dürfen, weil man’s von mir nicht erwartet hat. Ich habe ganz viele Männer einfach überwältigt, auf den Boden geschmissen, und dann lagen sie da und die Kollegen konnten sie dann fesseln. Das hätte ich nicht gekonnt, wäre ich nicht Frau gewesen!”
“Was bedeutet denn für dich, liebe Michaela, Schönheit?”
“Schönheit liegt ausschließlich im Auge des Betrachters. Schönheit kann makellos sein – ein makelloses Gesicht zum Beispiel. Das finde ich aber langweilig, meistens. Schön ist für mich, durchaus Falten zu haben, weil sie von Lachen und Lebenserfahrung zeugen, weil sie zeigen: der Mensch hat einfach gelebt! Schön kann jemand sein mit Kleidergröße 56, schön kann jemand sein mit Kleidergröße 36. Es liegt ganz im Auge des Betrachters.”
“Was würdest du in deinem Leben gerne noch machen?”
“Ich möchte nochmal auswandern. Ich habe ja schon mal in Österreich gelebt, aber ich möchte noch wo ganz woanders hin. Ich bin mir noch nicht schlüssig, wohin genau, aber das möchte ich definitiv. Ich möchte gern ganz viel Reisen. Vielleicht sogar heiraten. Ich glaube aber, ich habe mir in meinem Leben schon so viel erfüllt.”
“Hast du einen Tipp, wenn man ein bisschen das kleine, graue Mäuschen ist, ohne viel Selbstbewusstsein und sich nicht wirklich traut?”
“Es ist schwierig. Ich glaube, wichtig ist, sich mit solchen Menschen zu umgeben und zu beschäftigen, wie man selbst gerne sein wollen würde. Man sollte sich aber nicht übermannen, sondern trotzdem kleine Schritte und Fortschritte machen. Der Spruch ‘Lerne von den Besten’ trifft auch da zu. Wenn ich von den Besten lernen will, dann suche ich mir jemanden, den ich in meinen Augen für selbstbewusst empfinde und versuche, den ein wenig zu begleiten und den einen oder anderen Tipp zu kriegen. Man muss wissen, es wird nicht einfach. Aber man muss immer nach dem Besseren streben und sich trauen.”
Das Ergebnis von Michaela’s Fotoshooting im Fotoatelier Hohenkammer:
Karin, 50, Personalbetreuerin, 2 Töchter, ledig
KARIN LIEBT ES, NEUE DINGE AUSZUPROBIEREN UND ALS SIE DURCH IHRE TOCHTER DIE EINSICHT BEKOMMEN HAT, DASS MODELS NICHT NUR JUNG UND BILDHÜBSCH SEIN MÜSSEN, ENTSCHLOSS SIE SICH, REIN AUS NEUGIER AM SHOOTING TEILZUNEHMEN.

Hier mehr Infos über Karin (50, Personalbetreuerin, zwei Töchter, ledig):
Karin kommt aus Scheyern und arbeitet beim BR in München in der Personalbetreuung. Sie hat zwei Töchter im Teenie-Alter, von denen die ältere im September ein Sprachenjahr in den USA beginnt. Zu Karins Hobbys, die sie in ihrer knappen Freizeit ausübt, zählen Skifahren im Winter, sich um den Garten kümmern und lesen. Zudem singt sie in zwei Chören.
Karin liebt es, sich neuen Herausforderungen stellen und den Kick, Neue Dinge auszuprobieren. Sie scheut sich nicht davor, wenn es mal nicht ganz klappt, wie gewollt. Für sie ist es wichtig, nicht bereuen zu müssen, dass sie etwas nicht ausprobiert hat.
Auf die Frage, ob es ihr denn nicht schwerfalle, ihre Tochter aufgrund des Sprachenjahres für gewisse Zeit loszulassen, antwortete sie…
“Nein, ich finde heutzutage ist es nicht mehr so schwierig. Damals, als ich in den USA war, habe ich meine Eltern alle anderthalb Wochen mal angerufen. Heute mit FaceTime sehen wir uns dann einfach viel über das Smartphone. So, wie wenn sie bei ihrem Vater ist. Dann telefoniere ich halt nicht mehr innerhalb von Deutschland mit ihr, sondern nach San Diego, aber das Gesicht, das mir entgegenstrahlt, ist ja das gleiche. Ich habe gutes Vertrauen in sie, sie macht das schon. Ich finde, sie ist schon sehr selbstständig für ihr Alter. Das packt sie!”
Ihre Töchter sind auch diejenigen, die ihr ab und zu Wertschätzung bieten, wenn Karin sonst nicht viel davon erfährt:
“Fühlst du dich aktuell gesehen und wertgeschätzt? Also wann, wie und von wem bekommst du aktuell Bestätigung und Zuspruch?”
“Von sehr wenigen Leuten. Beruflich ist es so, dass ich aktuell zwei Kollegen vertrete, obwohl ich ja einen eigenen Job habe. Die Wertschätzung hält sich in Grenzen, aber ich bin auch ein leicht hochmütiger Mensch, der schlecht ‘Nein’ sagen kann. Ansonsten manchmal von meinen Töchtern, wenn sie sagen: ‘Mama, für dein Alter schaust du ja noch ganz gut aus.’ Das ist so das Maximale, was ich so im Moment rausholen kann.”
“Was war deine Motivation, beim Fotoshooting mitzumachen?”
ältere tochter jobbt in Modelagentur und erzählt Karin, dass es gar nicht so ist, dass alle Models 20 Jahre alt und wunderschön sind, sondern sie auch viele Ü30-Frauen vermitteln. Und dann habe ich in einer Arztpraxis die Werbung gesehen für das 40Ü40-Projekt und dachte mir: ‘Jetzt lasse ich mal einfach von einem professionellen Team schauen, was bei mir so rauskommt!'”
“Findest du dich denn schön?”
“Wenn ich aufstehe, nicht. Ich kann aus meinem Gesicht aber mit Schminke sehr viel machen. Also wenn ich abends weggehe und noch anderthalb Stunden Zeit habe, um mich zu schminken, dann finde ich mich schön. Natürlich schön finde ich mich nicht, aber ich finde, dass ich mein Gesicht so schminken kann, dass es schön wirkt.”
“Gibt es etwas, was du heute an dir magst, mit dem du vor 20-30 Jahren als junge Frau gehadert hast?”
“Ja, meine Größe. Ich bin heute mit meiner Größe sehr glücklich. Früher, als ich auf der Tanzfläche immer einen Kopf größer als die anderen war, fand ich das ganz schrecklich. Ich wollte als Teenager keine 1,75m groß sein! Und heute merke ich, die jungen Mädels wachsen mir auch zum Teil über den Kopf, also bin ich schon ganz froh, dass ich eine große Mama bin. Früher wollte ich einfach nicht aus der Masse herausstechen und heute tue ich das zum Teil ganz gern.”
“Wann warst du denn in deinem Leben mal ganz mutig?”
“Als ich einen Tandem-Flug mitgemacht habe aus einem Flugzeug, in 4000m Höhe. Da fand ich mich mutig! Die Firma meines Ex-Mannes hat das damals für die Mitarbeiter angeboten. Ich hatte schon Angst und mein Ex-Mann war auch erst zögerlich, aber ich wollte da runterspringen und sagen können: ‘Ich hab da mal mitgemacht!’. Und es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich das Ganze an einem anderen Standort nochmal gemacht habe! Vieles kostet mich Überwindung, aber bevor ich mir im Nachhinein dann denke, dass ich es gar nicht probiert habe, muss ich einfach mal ins kalte Wasser springen!”
Das Ergebnis von Karin’s Fotoshooting im Fotoatelier Hohenkammer:
Katja, 40, Erzieherin, 1 Teenager-Tochter, alleinerziehend
KATJA IST AN EINEM PUNKT IN IHREM LEBEN, AN DEM SIE SEHR ZUFRIEDEN MIT SICH SELBST UND IHRER PERSON IST UND DESWEGEN VIELE NEUE DINGE AUSPROBIERT. UNTER ANDEREM DESWEGEN ENTSCHLOSS SIE SICH ZUR TEILNAHME AN 40Ü40.

Hier mehr Infos über Katja (40, 1 Kind, alleinerziehend):
Katja ist eine sehr willensstarke Frau, die ganz genau weiß, welche Werte sie vertritt und diese auch versucht, so konsequent wie nur möglich auszuleben. Sie hat einen Freund und eine Tochter und lebt zudem noch mit zwei Katzen und einer Schildkröte im Haushalt. Mit ihrem Beruf als Erzieherin ist sie sowohl vom Berufsfeld an sich, als auch mit dem Gehalt sehr zufrieden.
Sie liebt es, verschiedene Dinge auszuprobieren und zu erleben – unter anderem läuft sie am Wochenende um 7 Uhr morgens ihre Runden oder hat letztes Jahr ein P!NK Konzert besucht. Katja kann es kaum erwarten, mal wieder in den Urlaub zu fahren.
Nach einigen Zeiten in ihrem Leben, in denen sie mit sich als Person nicht so glücklich war, ist Katja nun an einem Punkt, an dem sie weiß, was sie will und sich mit ihrer Person sehr wohl fühlt. Das war auch der Grund, warum sie beschloss, am Shooting teilzunehmen:
“Was war deine Motivation, beim Shooting mitzumachen?”
“Ich fühle mich derzeit in meiner Persönlichkeitsentwicklung total wohl und habe mich deswegen entschieden, jetzt einfach total viele neue Sachen auszuprobieren. Ich habe letzte Woche einen Workshop gemacht mit Haarkranzbinden, das habe ich noch nie gemacht. Ich möchte dieses Jahr mit meiner Tochter nach Österreich ins Area 47. Sindia war mir auch sehr sympathisch, ich habe mich noch nie fotografieren lassen aber dachte mir, dass ein Fotograf da schon andere Posen aus mir rausbekommt. Und ich dachte mir dann ‘Warum nicht?’.”
“Gibt es etwas, was du heute an dir magst, mit dem du vor 10, 20 Jahren gehadert hast?”
“Ich glaube eher vor 30 Jahren. Ich war ja immer dünn, als Jugendliche noch schlimmer. Da habe ich immer keinen Bikini angezogen, immer weite T-Shirts – das war damals auch modern – und selten mal Kleider. Heute bin ich zufrieden mit mir selbst, auch, weil ich mit mir auch im Inneren mehr im Reinen bin. Ich habe glaube ich damals nicht gewusst, wer ich bin. Heute habe ich gewisse Werte und versuche, die zu vertreten. Das klappt zwar nicht immer zu 100%, aber ich versuche sie immer umzusetzen und an mir zu arbeiten.”
“Hattest du in deinem Leben denn mal einen ‘Weichenmoment’? Also die Entscheidung, ob du jetzt rechtsrum oder linksrum gehen solltest?”
“Eigentlich kommt man immer wieder an so eine T-Kreuzung. Immer wieder im Leben die Frage ‘Machst du jetzt diesen oder jenen Schritt?’ Auch während der Ausbildung hätte ich manchmal alles hinschmeißen können, aber ich habe es dann durchgezogen, weil ich mir dachte ‘Irgendwann hat das mal ein Ende!’. Ich glaube aber, ich bin meist einfach durch die Mitte gegangen und bin meinen eigenen Weg gegangen. Ich glaube, es gab keine Situation, wo ich mich so richtig bewusst entschieden habe.”
“Was bedeutet für dich Schönheit, Katja?”
“Da gibt es bei mir verschiedene Dinge, zum Beispiel die Stimme. Aber meine Werte sind mir in den letzten Jahren sehr wichtig geworden. Ist der Mensch loyal? Sagt der was und setzt es dann auch um? Da sage ich heute – ich finde den Menschen schön, weil er diese Werte auch vertritt. Schönheit hat für mich nicht unbedingt was mit Optik zu tun. Stimme ist für mich auch schon was total Schönes. Ich finde auch meine Freundinnen schön, weil die über sich selbst und mit mir lachen können und ich bei denen so sein kann, wie ich bin.”
Das Ergebnis von Katja’s Fotoshooting im Fotoatelier Hohenkammer:
Jutta, 48, selbstständige Immobilienmarklerin, 1 Teenager-Tochter, ledig
JUTTA ENTSCHLOSS SICH ZUM SHOOTING, UM ÜBER IHREN EIGENEN SCHATTEN ZU SPRINGEN UND IHREM LEBENSLANGEN WUNSCH NACH EINEM FOTOSHOOTING DOCH NOCH NACHZUGEHEN.

Hier mehr Infos über Jutta (48, selbstständige Immobilienmarklerin, 1 Kind):
Jutta ist alleinerziehende Mutter und selbstständige Immobilienmarklerin, was ihr nicht allzu viel Freizeit lässt. Durch ihre Tochter, die Hochleistungssportlerin im Cheerleading ist, verbringt sie einiges ihrer knappen Freizeit ehrenamtlich im Sportverein, wo sie seit September – nach 9 Jahren als “Mädchen für alles” bei den Cheerleadern – den Posten des Hauptvorstandes belegt.
Jutta ist eine nervenstarke Frau. Sie hat eine Golden Retriever an ihrer Seite, die insofern pflegeleicht ist, als dass sie sich gut an Juttas engen Zeitplan anpasst. Derzeit absolviert Jutta eine Zusatzausbildung zur Weiterbildung, um ihren Kunden mehr anbieten zu können. Trotzdem versucht sie, ihre Freizeit wieder mehr selbst zu gestalten – unter anderem mit der Hilfe guter Freunde.
“Was war deine Motivation, beim Shooting mitzumachen?”
“Ich habe das jahrelang schon in mir, dass ich endlich mal ein Shooting machen will. Ich habe mich aber nie getraut, weil die Bilder, die ich von mir selbst kenne, fand ich alle blöd. Deswegen dachte ich, das brauche ich nicht machen. Dann habe ich den Aufruf im Internet gesehen und dachte mir ‘Jetzt bist du mal mutig und schreibst da hin.'”
“Was bedeutet für dich Schönheit?”
“Das ist eine tolle Frage…da habe ich mir eigentlich noch gar keine Gedanken gemacht, was ich schön finde. Es gibt schöne Objekte, Häuser… schöne Gegenden. Schöne Menschen sind ja immer im Angesicht des Betrachters. Aber es ist halt so – einer findet das schön, ein anderer findet das schön. Wenn jemand größer als 1,80m ist, das finde ich bei Männern schön.”
“Welche drei Eigenschaften mögen andere an dir besonders gern?”
“Ich bin sehr geduldig, habe ich schon ein paar Mal gehört… ich würde von mir behaupten, dass ich sehr hilfsbereit bin… nehmen wir die zwei.”
“Und welche drei Eigenschaften – innerlich als auch äußerlich – magst du denn an dir besonders?”
“Was ich an mir ziemlich schätze, ist, dass ich ein ziemlich starkes Nervensystem habe. Also ich habe Nerven wie Drahtseile, kann man sagen. Man kann mich schon sehr beanspruchen, aber wenn die dann mal reißen, dann sind sie auch wirklich zerrissen und es ist Ende im Gelände. Ich glaube, das kann aber nicht jeder. Ansonsten mag ich meine Haare, wenn sie offen sind.”
Das Ergebnis von Jutta’s Fotoshooting im Fotoatelier Hohenkammer:
Nadia, 57, Altenpflegerin, 1 Sohn
NADIA ENTSCHLOSS SICH ZUM SHOOTING, DA SIE VOR EINEM JAHR EINEN NEUEN LEBENSABSCHNITT BEGONNEN HAT UND SICH DAMIT SELBST EIN GESCHENK MACHEN WOLLTE.

Hier mehr Infos über Nadia (57, Altenpflegerin, getrennt lebend):
Nadia hat ihre Wurzeln in Brasilien und hat die letzten Jahre auf Mallorca gelebt. Sie ist nun vor einem Jahr wieder nach Deutschland gekommen und lebt jetzt noch getrennt von ihrem Mann, von dem sie sich bald scheiden lässt. Auch wenn sie mit diesem viel reisen konnte und finanziell nicht schlecht stand, konnte sie diesem Leben nichts abgewinnen.
Nun befindet sie sich in der Ausbildung zur Altenpflegerin – ein Beruf, der ihr unglaublich viel Spaß macht und ihr große Erfüllung bringt. Trotzdem, sagt sie, ist die Ausbildung sehr kräftezehrend, da sie ja auch nicht mehr die Jüngste sei.
“Was ist für dich Schönheit?”
“Es ist schwierig, das Wort ‘Schönheit’ so zu definieren… es kann alles sein. Ich denke, das sind Sachen, mit denen man sich identifiziert. Die findet man schön. Das ist ein Teil von uns. Was ich schön finde, musst du aber vielleicht nicht schön finden. In letzter Zeit hatte ich eher Gefühle, die sehr schön waren. Das ist eine tolle Frage…da habe ich mir eigentlich noch gar keine Gedanken gemacht, was ich schön finde. Es gibt schöne Objekte, Häuser… schöne Gegenden. Schöne Menschen sind ja immer im Angesicht des Betrachters. Aber es ist halt so – einer findet das schön, ein anderer findet das schön. Wenn jemand größer als 1,80m ist, das finde ich bei Männern schön.”
“Wir haben gerade schon darüber gesprochen, was du an dir selbst magst: deine Stärke und dass du es schaffst, immer wieder aufzustehen. Aber jetzt mal zum Äußeren – was magst du an deinem Äußeren besonders gern und was vielleicht auch nicht?”
“Mein Körper hat sich in den letzten drei Jahren sehr viel verändert. Meine Figur hat mir eigentlich nie gefallen – vom Gewicht her habe ich mir immer fünf Kilo weniger gewünscht, so wie wahrscheinlich jede Frau. Wir sind nie zufrieden mit uns… Im Grunde genommen ist es eine Dummheit, was wir mit uns selbst machen… Aber ich merke jetzt im Moment, wo ich zugelegt habe, das ist woanders. Das hat mit dem Alter und Hormonen zu tun. Und manchmal fühle ich mich dann nicht in meiner Haut.
In der Pflege ist es aber auch wirklich schwierig, weil wir so viele Süßigkeiten überall haben. Wir kriegen viel zu viel geschenkt von den Leuten – die beschenken uns mit Geld und Schokolade! Und das wird einfach nicht mehr so verarbeitet wie früher. Aber wirklich toll finde ich an mir nichts.”
“Gibt es etwas, was du heute an dir magst, womit du vor 20 oder 30 Jahren gehadert hast?”
“Nein, nein… ich glaube, ich bin immer die gleiche geblieben. Runter gefallen, wieder aufgestanden. Das ist mir öfter passiert. Aber ich war immer die gleiche. Der Kern ist immer da gewesen – und geblieben.”
